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Zahnarzt werden „auf Umwegen“
Warum ein Mecklenburger in Ungarn studiert, um Zahnarzt in Sachsen-Anhalt zu werden
Justin Knaak ist einer von derzeit 45 Studierenden, die mit einem Stipendium der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt (KZV LSA) Zahnmedizin an der Universität Pécs in Ungarn studieren. Für diese Unterstützung verpflichtet er sich, nach dem Studium als Zahnarzt in Sachsen-Anhalt tätig zu werden. Sein Werdegang zeigt beispielhaft, wie dir KZV jungen Menschen den Einstieg ins Zahnmedizinstudium ermöglicht und zugleich Perspektiven für die zahnärztliche Versorgung im ländlichen Raum schafft.
Für den gebürtigen Mecklenburger Justin Knaak stand schon früh fest, dass er Zahnmedizin studieren möchte. Schon während der Schulzeit absolvierte er ein Praktikum in einer Zahnarztpraxis. Die Eindrücke, die er dabei gewann, bestärkten seinen Berufswunsch: „Es war das Handwerkliche, Zwischenmenschliche und Abwechslungsreiche an dieser Tätigkeit, die meinen Berufswunsch wachsen ließen“, sagt der 24-Jährige rückblickend. Trotz sehr guter Abiturnote blieb ihm der direkte Weg an eine deutsche Universität jedoch verwehrt. Mehrere Bewerbungen auf einen Studienplatz blieben erfolglos. Über Bekannte erfuhr Knaak von der Möglichkeit, Zahnmedizin im Ausland zu studieren – finanziert und begleitet durch die KZV. Aufhorchen ließ ihn, dass nicht allein die Abiturnote über die Auswahl entscheidet. Auch das Studium im Ausland reizte ihn. Er bewarb sich und erhielt eine Zusage von der KZV. Seit dreieinhalb Jahren studiert Justin Knaak nun als Stipendiat der KZV LSA Zahnmedizin in Pécs. Die Studiengebühren in Höhe von 8.000 Euro übernimmt die KZV. Darüber hinaus erhält er seit Kurzem eine zusätzliche „Finanzspritze“ für den Lebensunterhalt als Student: ein Kombi-Stipendium des Altmarkkreises Salzwedel. Bei der Stipendienverleihung in Salzwedel am 30. Januar 2026 spricht begeistert vom akademischen Umfeld in Pécs, vom Miteinander der verschiedenen Nationen an der Medizinischen Fakultät sowie den kleinen und großen Herausforderungen, die das Studium im Ausland mit sich bringt. Er ist sich sicher: Nicht nur das Fachwissen, auch diese besonderen Erfahrungen werden ihm später als Zahnarzt im Altmarkkreis Salzwedel nützlich sein. „Das Beispiel von Justin Knaak zeigt eindrücklich, warum wir dieses Programm aufgelegt haben“, sagt Dr. Jochen Schmidt, Vorstandsvorsitzender der KZV Sachsen-Anhalt. „Viele junge Menschen bringen Motivation, Eignung und Verantwortungsbewusstsein mit, scheitern aber am NC. Unser Stipendienprogramm eröffnet ihnen eine echte Perspektive und leistet gleichzeitig einen konkreten Beitrag zur Sicherstellung der Versorgung im Land“, erklärt Schmidt.
Hintergrund
Das Förderprogramm „ZAHNMEDIZIN STUDIEREN – AUCH OHNE 1,0“ der KZV LSA
Das Förderprogramm „ZAHNMEDIZIN STUDIEREN – AUCH OHNE 1,0“ wurde 2022 von der KZV LSA als bundesweit erstes und bisher einziges Programm dieser Art im Bereich Zahnmedizin initiiert. Ziel ist es, zahnärztlichen Nachwuchs zu gewinnen und langfristig an Sachsen-Anhalt zu binden. Grundlage ist eine Kooperation mit der Universität Pécs, die seit 2006 ein deutschsprachiges Zahnmedizinstudium anbietet. Die KZV LSA übernimmt die Studiengebühren für ihre Stipendiatinnen und Stipendiaten und begleitet sie während des Studiums und bei der Rückkehr nach Sachsen-Anhalt. Pro Jahrgang werden bis zu zwölf Studierende gefördert. Ausschlaggebend für die Auswahl ist dabei nicht die Abiturnote, sondern die naturwissenschaftlichen Kenntnisse und Leistungen der Bewerberinnen und Bewerber, ihre fachspezifische Studieneignung sowie die Motivation für den zahnärztlichen Beruf und die spätere Tätigkeit in Sachsen-Anhalt. Bewerberinnen und Bewerber mit einem Abiturschnitt bis zu 2,6 werden im Auswahlverfahren berücksichtigt. Voraussetzung für die Förderung ist die Bereitschaft, nach dem Studium für mindestens fünf Jahre in Sachsen-Anhalt als Zahnärztin oder Zahnarzt tätig zu sein. Für das Wintersemester 2026/27 läuft die Bewerbungsphase vom 1. bis 28. Februar 2026. Weitere Informationen und Online-Bewerbung unter www.zahni-werden.de.
Zusätzliche Stipendien vom Land für das Zahnmedizinstudium in Pécs
Ergänzend zum Engagement der KZV stellt das Land Sachsen-Anhalt seit 2025 auf Grundlage des Landzahnarztgesetzes Mittel für bis zu zehn zusätzliche Stipendien für das Zahnmedizinstudium in Pécs bereit. Die Bewerbungsfrist für diese Landesstipendien („Landzahnarztstipendium“) läuft ebenfalls vom 1. bis 28. Februar 2026. Voraussetzung ist die Bereitschaft, nach Abschluss des Studiums für mindestens zehn Jahre als Zahnärztin oder Zahnarzt in unterversorgten oder von Unterversorgung bedrohten Gebieten – wie Altmark, Börde oder Jerichower Land – tätig zu werden. Weitere Informationen und Online-Bewerbung ebenfalls unter www.zahni-werden.de (Bereich „Landzahnarztstipendium“).
