Elektronische Gesundheitskarte / Vernetzung im Gesundheitswesen

Elektronische Gesundheitskarte 2011

Die elektronische Gesundheitskarte und die mit ihr verbundene Telematikinfrastruktur (TI) gilt als eines der wichtigsten Reformprojekte im deutschen Gesundheitswesen. Seit mehr als zehn Jahren ist die Karte Dauerthema in der gesundheitspolitischen Debatte.

Mit zahlreichen Speicherfunktionen ausgestattet, sollte die Karte Informationen über den Gesundheitszustand der Patienten liefern können. Nach den Vorstellungen des Gesetzgebers sollen dadurch kostspielige Doppeluntersuchungen vermieden und die Arzneimittelsicherheit gestärkt werden.

Mit dem zum 01.01.2004 wirksam gewordenen Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GMG) wurde das Ziel der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte für alle Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen gesetzt. Spätestens zum 1. Januar 2006 sollte die eGK eingeführt werden (bundesweiter Rollout) und die bisherige Krankenversichertenkarte ablösen.

Die endgültige Umstellung auf die elektronische Gesundheitskarte erfolgte dann aber erst zum 1. Januar 2015. Seit diesem Zeitpunkt ist die alte Krankenversichertenkarte unabhängig kein gültiger Versicherungsnachweis mehr.

Für den weiteren Aufbau der Telematik-Infrastruktur fordert der Gesetzgeber die technische Umstellung in allen Praxen Deutschlands. Die Umstellung soll künftig den Austausch von Informationen zwischen Zahnärzten, Krankenkassen und KZVen über ein Intranet ermöglichen. Dieser sogenannte "Online-Rollout" erfolgt schrittweise.

 

Umsetzungsstand in Sachsen-Anhalt (Stand: 24.01.2018)

Zahnärztinnen und Zahnärzte im Besitz eines elektronischen Heilberufsausweises 766
Beantragte Praxisausweise (SMC-B-Karte) 322
An die Telematik-Infrastruktur angebundene Praxen 94

 

AKTUELLE HINWEISE

Nach aktueller Gesetzgebung muss die Anbindung der Zahnarztpraxen an die Telematik-Infrastruktur im Gesundheitswesen bis Ende 2018 erfolgen, da sonst Sanktionen (Kürzung der Vergütung) greifen. Das heißt, dass ab dem 01.01.2019 in der Praxis der Abgleich bzw. die Aktualisierung der Versichertendaten auf der eGK mit den zentral gespeicherten Daten der Krankenkassen erfolgen muss.

Welche ersten Schritte sie für die Anbindung ihrer Praxis unternehmen müssen und welche technischen Geräte sie benötigen, möchten wir ihnen im Folgenden erklären.

Einen guten Überblick zu dieser Thematik gibt die Informationsbroschüre der KZBV „Anbindung an die Telematikinfrastruktur“ und das Informationsvideo „TI in Zahnarztpraxen – So geht’s!“. Die Broschüre und das Video finden Sie weiter unten auf dieser Seite.

Umgang mit ungültigen bzw. veralteten Versichertenkarten (eGK)

Nachdem die ersten Zahnarztpraxen in Sachsen-Anhalt an die Telematik-Infrastruktur angebunden sind, kommt es vermehrt zu Anfragen, weil durch die neuen Komponenten in den Praxen einige Versichertenkarten (eGK) nicht mehr eingelesen werden können.

Dies betrifft Versichertenkarten der 1. Generation der eGK. Diese sind seit dem 01.10.2017 ungültig, jedoch noch immer im Umlauf.

Bei Patienten, die mit diesen Karten in die Praxis kommen, kommt es daher beim Einlesen zu Fehlermeldungen.

Irritationen entstehen vor allem dann, wenn ein Patient kurz zuvor mit derselben eGK beim Hausarzt vorstellig wurde und seine Karte dort problemlos eingelesen werden konnte. Dies liegt daran, dass nach der Ausstattung mit den neuen Komponenten zur TI-Anbindung eine wesentlich gründlichere Prüfung der eKG bezüglich des auf ihr enthaltenen Zertifikates erfolgt.

Meist betrifft es alte eGKs (Version < G1+) oder tatsächlich abgelaufene Karten, welche die betreffende Kasse oder der/die Patient(in) nicht ausgetauscht haben.

Da es sich in diesen Fällen um einen ungültigen Leistungsanspruchsnachweis handelt, darf das Ersatzverfahren auf keinen Fall durchgeführt werden.

Ggf. sollte ein schriftlicher Versichertennachweis des Patienten angefordert werden.

In vielen Fällen liegt das Versäumnis bei den Versicherten, die von Ihrer Krankenkassen bereits eine neue, gültige eGK erhalten haben, aber die „alte“ Karte weiterhin benutzen. Patienten, die Ihnen gegenüber Unmut äußern, sollten auf diesen Umstand hingewiesen werden.

Als Hilfestellung möchten wir Sie auf ein von der KZBV zur Verfügung gestelltes Merkblatt „Fehlermeldungen bei Prüfung der eGK“ hinweisen:

Download:

Merkblatt „Fehlermeldungen bei Prüfung der eGK“

 

Verlängerung der Frist zur TI-Anbindung

Der Bundesrat hat in seiner Sitzung am 3. November 2017 die Verordnung zur Verlängerung der Frist nach § 291 Absatz 2b Satz 14 SBV V beschlossen.

Mit der nun beschlossenen Verlängerung um ein halbes Jahr bis zum 31. Dezember 2018 soll den Ärzten, Zahnärzten und Einrichtungen eine Übergangsfrist zugestanden werden, in der sie sich mit der erforderlichen Technik für die Versichertenstammdatenprüfung ausstatten können. Damit wird die als Sanktion vorgesehene Kürzung der Vergütungen verschoben.

Die Regelung nach § 291 Absatz 2b Satz 14 setzt einen Termin fest, ab dem die an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Ärzte, Zahnärzte und Einrichtungen den Versichertenstammdatendienst durchzuführen haben. Die Regelung sieht zudem vor, dass sofern ab diesem Zeitpunkt der Versichertenstammdienst nicht durchgeführt wird, die Vergütung vertragsärztlicher Leistungen pauschal um ein Prozent so lange zu kürzen ist, bis die Prüfung durchgeführt wird.

Bitte beachten Sie, dass die Stufenregelung für die Refinanzierung des Konnektors durch diese Fristverlängerung nicht berührt wird. Danach reduziert sich die Pauschale für den Konnektor bereits ab dem IV. Quartal 2017 um 10%. Im Jahr 2018 kommt es zu weiteren Reduzierungen.

Erster Schritt: Beantragung des eHBA bei der Firma medisign

Damit ihr Softwareunternehmen die technischen Umsetzungen in ihrer Praxis vornehmen kann, müssen sie im Besitz des Praxisausweises sein. Mit dieser Karte weisen Sie sich als berechtigter Teilnehmer der Telematikinfrastruktur aus.

Im Rahmen der neuen technischen Ausstattung ihrer Praxis für die Telematikinfrastruktur wird die Karte in das Kartenterminal gesteckt und in der Regel morgens durch die Eingabe einer PIN aktiviert.

Das Antrags- und Bestellverfahren für Ihren Praxisausweis ist von der KZV Sachsen-Anhalt vorbereitet worden. Wir übernehmen hierbei eine Mittlerrolle zwischen Ihnen und den Firmen, die bereits auf dem Markt sind und den Praxisausweis anbieten.

Um Ihren Praxisausweis (SMC-B-Karte) beantragen zu können, müssen Sie sich am KZV-Portal mit dem eHBA anmelden. Die Anmeldung mit dem Yubikey ist dafür nicht ausreichend.

!!! Bitte beachten Sie: Die Beantragung des Praxisausweises (der SMC-B-Karte) ist nur mit dem eHBA möglich !!!

Das hat mit dem vorgeschriebenen Authentifizierungsverfahren zu tun. Dieses haben Sie mit dem eHBA bereits durchlaufen und müssen es somit nur einmal durchführen. Somit ist gewährleistet, dass Sie persönlich als Zahnarzt den Antrag stellen.
Um Verzögerungen an dieser Stelle zu vermeiden, raten wir daher allen Zahnärztinnen und Zahnärzten, die noch nicht im Besitz des elektronischen Heilberufeausweises sind, den eHBA schnellstmöglich zu beantragen.

Der elektronische Heilberufeausweis müssen Sie über die Firma Medisign (www.medisign.de) beantragen. Fragen hierzu richten Sie bitte an Medisign oder an die ZÄK Sachsen-Anhalt.

Refinanzierung geeigneter Kartenlesegeräte durch die KZV Sachsen-Anhalt

Für die Nutzung des elektronischen Heilberufeausweises (eHBA) können viele, derzeit in den Praxen verwendete Kartenlesegeräte nicht genutzt werden. Da die Anmeldung mit dem eHBA für die Beantragung Ihres Praxisausweises und für die künftige Kommunikation zwischen Ihnen und der der KZV notwendig ist, wurde beschlossen, die Anschaffung geeigneter Lesegeräte finanziell zu unterstützen.

Der Erwerb eines geeigneten Gerätes wird mit 40 Euro je Abrechnungsnummer gefördert. Die Summe wird als Gutschrift auf die Quartalsabrechnung 3/2017 gebucht.

Für die Refinanzierung des Kartenlesers für den eHBA müssen Sie keinen Nachweis gegenüber der KZV erbringen.

Wir empfehlen im Hinblick auf die zukünftige allgemeine Nutzung außerhalb der Telematik-Infrastruktur, sowie speziell für die Nutzung auf der Internetseite der KZV Sachsen-Anhalt die Kartenleser Cherry ST2000 oder REINER SCT.

Beantragung des Praxisausweises (SMC-B-Karte)

Der Praxisausweis (SMC-B-Karte) kann ab sofort auch in Sachsen-Anhalt beantragt werden.

Das Antrags- und Bestellverfahren für Ihren Praxisausweis ist von der KZV Sachsen-Anhalt vorbereitet worden. Wir übernehmen hierbei eine Mittlerrolle zwischen den Zahnärzten und den Firmen, die bereits auf dem Markt sind und den Praxisausweis anbieten. Die SMC-B-Karten werden derzeit jedoch nur von der Bundesdruckerei-Tochter D-TRUST hergestellt.

Der Vorgang zur Beantragung und Bestellung des Praxisausweises beginnt mit der Anmeldung auf der KZV-Internetseite. Dort müssen Sie die Daten Ihrer Praxis prüfen und gegebenenfalls durch eine schriftliche Information an die Mitarbeiterinnen der Zulassung bei der KZV Sachsen-Anhalt aktualisieren bzw. ergänzen.

Der Anmeldevorgang ist vielschichtig. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Bestellvorgang können Sie unter dem folgenden Link aufrufen. Die Anleitung wird im nächsten Rundbrief (8/2017) in Papierform versendet.

Download: Anleitung für die Beantragung des Praxisausweises

Externer Link: FAQ Liste elektronischer Praxisausweis (KZBV)

Externer Link: FAQ Liste elektronischer Praxisausweis (Bundesdruckerei)

Externer Link: Pflichten des Zertifikatnehmers SMC-B

Preis- und Produktinformation

Hinweis:

Im Zuge der Beantragung müssen Sie eventuelle Daten zu Ihrer Praxis oder Person überprüfen und gegebenenfalls ändern oder ergänzen. Dazu wenden Sie sich bitte schriftlich (per E-Mail) an die Zulassungsstelle.

  • Zulassung, Tel.: 0391 6293 271, Mail: zulassung@kzv-lsa.de

 

Hinweis zur Refinanzierung

Die Grundsatzfinanzierungsvereinbarung und Vereinbarung über die Erstattungspauschalen sieht vor, dass die Erstattung nicht vom Zeitpunkt der Bestellung oder Lieferung der Komponenten abhängig ist.

Für die Höhe Ihres Finanzierungsanspruches ist allein der Zeitpunkt der ersten Inbetriebnahme maßgeblich.

Wann der Konnektor bestellt oder geliefert wird, ist dagegen nicht entscheidend. Beispiel: Wird der Kaufvertrag im November 2017 unterschrieben und das erste Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) erfolgt in der Praxis im Januar 2018, bekommt die Praxis die Pauschale für das erste Quartal 2018.

Gemäß §2 der Grundsatzfinanzierungsvereinbarung wird die Höhe der Pauschalen so kalkuliert sein, dass sie die günstigsten Kosten eines Standard-Erstausstattungspaketes vollständig decken. Die Differenz von Kaufpreis bei Bestellung und Erstattungspreis bei Inbetriebnahme geht letztlich zu Lasten der Zahnarztpraxen.

Abwicklung durch die KZV

Die Kosten für die Anschaffung und die Installation der neuen Komponenten sowie die Betriebskosten werden durch den GKV-Spitzenverband (GKV-SV) refinanziert. Die Erstattung der Kosten erfolgt über die KZV, welche dafür ein Antrags- und Änderungsverfahren anbietet.

Zwingende Voraussetzungen in Ihrer Praxis / Checkliste zur Vorbereitung der Installation

Ihre Praxis wird an die Telematikinfrastruktur angeschlossen? In der Regel ist Ihr IT-Dienstleister Ihr primärer Ansprechpartner. Dieser wird auch die von Ihnen beauftragten Hardwarekomponenten wie das E-Health-Kartenterminal und den Konnektor am Installationstag zur Verfügung stellen.

Damit am Installationstag alles Notwendige vorliegt und Ihr Praxisbetrieb so wenig wie möglich eingeschränkt wird, soll diese Checkliste Sie bei der Vorbereitung unterstützen:

Externer Link: Checkliste Zahnarztpraxis

Formblatt "Rückerstattung" / Meldung der Anbindung an die Telematik-Infrastruktur an die KZV

Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) hat gemeinsam mit dem GKV-Spitzenverband am 19.07.2017 die Grundsätze der Finanzierung der Telematikinfrastruktur für den Wirkbetrieb des Online-Rollout Stufe 1 in einer Grundsatzfinanzierungsvereinbarung (GFinV) festgeschrieben. Darin ist unter anderem die Finanzierung der technischen Ausstattung für die Vertragszahnarztpraxen geregelt.

Aus § 5 GFinV folgt die Notwendigkeit für jeden Vertragszahnarzt, gegenüber der KZV nachzuweisen, zu welchem Zeitpunkt er seine Praxis an die Telematikinfrastruktur angeschlossen und diese damit erstmalig in Betrieb genommen hat.
Erst dann entsteht gegenüber der KZV ein Anspruch auf Erstattung der Kosten für die Erstaus-stattung mit den in der Vereinbarung genannten Komponenten und Diensten.

Aus diesem Grund möchten wir Sie bitten, die Erklärung zum Nachweis der Anbindung an die Telematikinfrastruktur zu gegebener Zeit auszufüllen und umgehend an die KZV Sachsen-Anhalt per Fax oder per Post zurück zu schicken.

Die Erklärung ist durch den Praxisinhaber, bei Berufsausübungsgemeinschaften durch alle zugelassenen Vertragszahnärzte, die Gesellschafter der BAG sind, zu unterzeichnen.

Nach Vorlage des Formulars wird die Abteilung Finanzen die Ansprüche prüfen und als Gutschrift auf die nächste Quartalsabrechnung buchen. Dementsprechend wird sich die Restzahlung um den Betrag dieser Gutschrift erhöhen.

Download:

Formblatt "Rückerstattung" / Meldung der Anbindung an die Telematik-Infrastruktur an die KZV

Praxisinfo der KZBV: Anbindung an die Telematikinfrastruktur

Die KZBV hat die Praxisinformation „Anbindung an die Telematikinfrastruktur – Informationen für Ihre Praxis“ veröffentlicht. Die neue Publikation gibt Vertragszahnärztinnen und Vertragszahnärzten hinsichtlich der Telematikinfrastruktur Antworten auf alle Fragen zu der notwendigen technischen Ausstattung und Finanzierung. Zudem enthält sie übersichtliche Checkliste, Tabellen sowie Tipps und Hinweise, wie sich die Praxen auf den Einstieg in die Telematikinfrastruktur rechtzeitig vorbereiten können.

Link:

Praxisinfo: Anbindung an die Telematikinfrastruktur

Informationsvideo: TI in Zahnarztpraxen – So geht’s!

Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang auch den neuen Erklärfilm, welcher von der KZBV und der KZV Sachsen produziert wurde. Erläutert werden darin im Detail die notwendige Ausstattung und Schritt für Schritt der entsprechende Einrichtungsprozess der verschiedenen Elemente.


ALLGEMEINE HINWEISE

Ansprechpartner

Für die Anbindung Ihrer Praxis an die Telematikinfrastruktur im Gesundheitswesen sind einige technische und praktische Veränderungen in Ihrer Praxis erforderlich. Die KZV Sachsen-Anhalt möchte Sie bei dieser vom Gesetzgeber geforderten Umstellung nach Möglichkeit unterstützen. Wir bitten Sie, Ihre Fragen je nach Themenbereich an die folgenden Ansprechpartner zu richten:

Fragen zur Beantragung und Bestellung des Praxisausweises:

Ihre Fragen zur Beantragung und Bestellung des Praxisausweises richten Sie bitte an:

  • Bianca Klaus: Abteilung IT, bianca.klaus@kzv-lsa.de, Tel.: 0391 6293 115
  • Doreen Görg: Abteilung IT, doreen.goerg@kzv-lsa.de, Tel 0391 6293 115

Fragen zum eHBA:

Bitte richten Sie Ihre Fragen zum elektronischen Heilberufeausweis an die Firma Medisign:

  • Hinweise zur Freischaltung und Inbetriebnahme der Karte erhalten Sie unter: www.medisign.de
  • Bei Fragen erreichen Sie das medisign Kundencenter unter der Rufnummer: Tel.: 0211-77008-390.

Aktualisierung Ihrer Praxis- und Kontaktdaten (Stammdaten):

Änderungen oder Aktualisierungen Ihrer Praxis- und Kontaktdaten melden Sie bitte:

  • Ute Freber: Zulassung, ute.freber@kzv-lsa.de, Tel.: 0391 6293 271, Fax: 0391 6293 234
  • Mandy Baumgardt: Zulassung, mandy.baumgardt@kzv-lsa.de, Tel.: 0391 6293 272, Fax: 0391 6293 234

Fragen zur Refinanzierung:

Auf der Internetseite der KZV Sachsen-Anhalt haben Sie die Möglichkeit, sich vorab über Ihren spezifischen Anspruch zur Refinanzierung der für die Anbindung Ihrer Praxis an die Telematik-infrastruktur im Gesundheitswesen notwendigen Dienste und Komponenten zu informieren. Fragen hierzu richten Sie bitte an die Mitarbeiter der Abteilung IT der KZV.

  • Bianca Klaus: Abteilung IT, bianca.klaus@kzv-lsa.de, Tel.: 0391 6293 115
  • Doreen Görg: Abteilung IT, doreen.goerg@kzv-lsa.de, Tel 0391 6293 115

Fragen zur Gutschrift der Refinanzierungssumme richten Sie bitte an die Mitarbeiterinnen der Abteilung Finanzen.

  • Frau Schumann: petra.schumann@kzv-lsa.de, Tel.: 0391 6293 236, Fax: 0391 6293 293
  • Frau Arndt: katrin.arndt@kzv-lsa.de, Tel.: 0391 6293 243, Fax: 0391 6293 293
GEMATIK - GESELLSCHAFT FÜR TELEMATIKANWENDUNGEN DER GESUNDHEITSKARTE

Mit der Einführung der eGK wurden zumindest auf Versichertenseite die Voraussetzungen für eine umfassende elektronische Vernetzung im Gesundheitswesen geschaffen. Ziel ist der Aufbau eines sicheren Netzwerks, in dem auch Krankenhäuser, Ärzte und Zahnärzte online angebunden sind.

Für den Aufbau einer solchen Telematikinfrastruktur und die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte sind gemäß § 291 a SGB V die Organisationen der Selbstverwaltung zuständig. Zur Erfüllung ihrer gemeinsamen Aufgaben haben die Organisationen der Selbstverwaltung die Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH (gematik) gegründet.

Aufgabe der gematik ist es, die technischen Vorgaben einschl. eines Sicherheitskonzeptes zu erstellen sowie Inhalt und Struktur der Datensätze für deren Bereitstellung und Nutzung festzulegen. Darüber hinaus stellt die gematik die notwendigen Test- und Zertifizierungsmaßnahmen sicher.

Träger der vom Gesetzgeber initiierten gematik sind die Spitzenorganisationen der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), also auch die KZBV und die Bundeszahnärztekammer (BZÄK).

E-HEALTH-GESETZ: SANKTIONEN UND FRISTEN AUCH FÜR DIE ZAHNARZTPRAXEN

Interessenkonflikte der Akteure, Datenschutzbedenken und technologische Fragen dominieren den Diskurs um die eGK und die Einführung der TI. Aufgrund zahlreicher Verzögerungen in der Umsetzung beschloss der Gesetzgeber das "Gesetz für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen (E-Health-Gesetz)".

Das E-Health-Gesetz ist zum 1. Januar 2016 in Kraft getreten. Es enthält einen Fahrplan für die Einführung einer digitalen Infrastruktur und die Einführung von Anwendungen auf der elektronischen Gesundheitskarte.

Diese Maßnahmen sind mit Frist- und Sanktionsregelungen verbunden. Spätestens ab dem 01.07.2018 soll der sog. Wirkbetrieb der Online-Anbindung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) beginnen (Online-Rollout). Das bedeutet, dass die elektronische Gesundheitskarte (eGK) endlich mit Anwendungen bestückt wird.

Bitte beachten Sie: Der Bundesrat hat in seiner Sitzung am 3. November 2017 die Verordnung zur Verlängerung der Frist nach § 291 Absatz 2b Satz 14 SBV V bis zum 31.12.2018 beschlossen.

Der Wirkbetrieb beginnt in einem ersten Schritt mit dem sogenannten Versichertenstammdatenmanagement („VSDM“) durch die Zahnarztpraxen. Dabei werden die auf der eGK gespeicherten Versichertenstammdaten mit den bei der Kasse gespeicherten Daten abgeglichen und online aktualisiert.

Die gesetzliche Regelung sieht vor, dass jedem Zahnarzt, der nicht bis zum 31.12.2018 mit seiner Praxis online ist, seine Leistung so lange um ein Prozent gekürzt wird, bis er die Prüfung durchführt.

Externer Link: Veröffentlichung des Gesetzestextes im Bundesgesetzblatt am 28.12.2015

TECHNISCHE AUSSTATTUNG DER PRAXEN

Die (technischen) Voraussetzungen in den Praxen:

  • Internetanschluss (Empfehlung: wenigstens 1 MBit/s Upload) und Router
  • wenigstens eine weitere Steckdose für den Konnektor
  • zwei Netzwerkdosen
  • ein weiterer Stromanschluss für den Konnektor
  • Software-Update des Praxis-Verwaltungssystems durch den jeweiligen Hersteller

Sicherheitshalber sollten Sie die Gegebenheiten Ihrer Praxis durch den Systembetreuer prüfen lassen. Auch der Anbieter Ihrer Praxissoftware (PVS) kann Ihnen zusätzliche Hinweise geben.

Um die Telematikinfrastruktur (TI) nutzen zu können, benötigen Vertragszahnärzte verschiedene Komponenten und Dienste. Alle müssen von der gematik für den Einsatz in der TI zugelassen sein. Die gematik wird auf ihrer Internetseite veröffentlichen, welche Komponenten zugelassen sind.

Die neue Hardwareausstattung besteht aus:

  • Konnektor und
  • Kartenleser (zugelassenes e-Health-Kartenterminal / eHKT),
  • einem angepassten Praxisverwaltungssystem (PVS) und
  • einem elektronischen Praxisausweis (SMC-B)
  • VPN Zugangsdienst
  • eventuell ein mobiles Kartenlesegerät

Vor der Bestellung von Komponenten sollten Sie sich am besten zunächst an ihren PVS-Hersteller beziehungsweise ihren Systembetreuer wenden, da für den Anschluss an die TI auch das PVS angepasst werden muss.

Konnektor

Über einen Konnektor erfolgt die Anbindung der Praxis an die Telematikinfrastruktur. Der Konnektor fungiert ähnlich einem DSL-Router, allerdings auf einem deutlich höheren Sicherheitsniveau. Er ist mit dem eHealth-Kartenterminal und dem Praxisverwaltungssystem verbunden.

Für den Anschluss selbst beauftragen Praxen einen Dienstleister.

Die Konnektoren werden von der gematik zugelassen und vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zertifiziert.

Bestellung und Ausgabe der SMC-B

Der Konnektor kann nur dann eine Verbindung zur TI aufbauen, wenn die jeweilige Praxis registriert ist. Dazu dient eine Praxis- beziehungsweise Institutionskarte (SMC-B). Die Praxiskarte wird in das Kartenterminal gesteckt und in der Regel morgens durch die Eingabe einer PIN aktiviert.

Mit dieser Karte identifiziert sich die Praxis also als befugt für den Versichertenstammdatenabgleich, d.h. den Abgleich der auf der eGK des Patienten gespeicherten Daten mit seinen Daten auf einem zentralen Server.

Die Bestellung der SMC-B können Sie nach Anmeldung mit Ihrem eHBA auf der Internetseite der KZV Sachsen-Anhalt bereits durchführen. Über das Internetportal der KZV werden Sie die Praxiskarte bei einem zugelassenen Anbieter beantragen können.

Der Anmeldevorgang ist vielschichtig. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Bestellvorgang können Sie unter dem folgenden Link aufrufen. Die Anleitung wird im nächsten Rundbrief (8/2017) in Papierform versendet.

Download: Anleitung für die Beantragung des Praxisausweises

Externer Link: FAQ Liste elektronischer Praxisausweis (KZBV)

Kartenterminals

Zahnärzte wurden seit 2011 mit eGK-fähigen Kartenterminals ausgestattet. Ihr altes Lesegerät ist nur für den Offline-Modus ausgelegt und muss daher ausgetauscht werden. Das neue eHealth-Kartenterminal muss den Online-Zugriff auf den Versichertenstammdatenserver via Konnektor ermöglichen.

VPN-Zugangsdienst

Der VPN-Zugangsdienst stellt die gesicherte Verbindung zwischen der Zahnarztpraxis und den Versichertenstammdatenservern her. Diese Verbindung kann jedoch nur über zertifizierte Konnektoren erfolgen. Sprechen Sie sich mit Ihrem Anbieter ab, inwieweit der Konnektor für einen VPN-Zugangsdienst geeignet ist.
Damit man sich überhaupt bei einem VPN-Zugangsdienst registrieren kann, braucht man die freigeschaltete Praxiskarte (SMC-B).

Praxissoftware (PVS)

Auch die Praxissoftware muss dann entsprechend angepasst werden. Zuständig hierfür sind die Anbieter.

Wichtig ist, dass der PVS-Anbieter die Praxissoftware für die Funktionen freischaltet. Bei der Auswahl eines vom PVS unabhängigen Komponentenanbieters sollten Sie darauf achten, dass die technischen Komponenten mit Ihrem PVS-System kompatibel sind.

Wie viele Konnektoren und Kartenterminals braucht die Praxis?

Dies hängt von der Größe, der Anzahl der Standorte und der IT-Struktur der Praxis ab sowie davon, welche digitalen Anwendungen zukünftig genutzt werden sollen.

Klar ist: Jeder Praxisstandort benötigt eine Standardausstattung mit den oben genannten Komponenten.

Worauf sollten Sie auch achten?

Der Anbieter, mit dem Sie einen Vertrag zur Bereitsstellung und Installation der technischen Komponenten eingehen, sollte als Dienstleistung auch folgende Dienste anbieten:

  • Einweisung und Schulung des Praxispersonals in der Handhabung der Geräte und zur Durchführung des VSDM, Umgang mit technischen Störungen
  • Erhalt der Funktionsfähigkeit der Komponenten: Updateservice und Wartung bei Defekten/Störungen
HINWEISE ZUR BESCHAFFUNG

Außer der SMC-B-Karte erhalten Sie die gesamte Hard- und Software für die eGK-Onlineanbindung von einem externen Anbieter Ihrer Wahl. Informationen zu den verschiedenen Dienstleistern finden Sie u.a. auf der gematik-Homepage (www.gematik.de).

Sie können die Komponenten entweder im Gesamtpaket bei einem Dienstleister bestellen oder die Komponenten bei verschiedenen Anbietern beziehen.

Sollte Sie sich für ein Gesamtpaket entscheiden, wird der Einbau der Geräte durch einen Mitarbeiter des Anbieters vorgenommen, Sie müssen nicht selbst Hand anlegen. Der Mitarbeiter des Anbieters, von dem Sie die Komponenten bezogen haben, baut diese für Sie auf und installiert die notwendige Software.

Sollten Sie sich für letztere Variante entscheiden, müssen Sie selbst dafür sorgen, dass die Technik stabil funktioniert und alle Sicherheitsanforderungen erfüllt werden.

Die gematik Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH hat im November 2017 erstmalig Zulassungen für Produkte und Dienste der Industrie zum bundesweiten Betrieb der ersten Anwendung Versichertenstammdaten-Management erteilt. Als erste haben das Zulassungsverfahren der gematik erfolgreich durchlaufen der Konnektor „KoCoBox MED+“ des Unternehmens KoCo Connector, das E-Health-Kartenterminal „ORGA 6141 online“ des Unternehmens Ingenico Healthcare, der VPN-Zugangsdienst des Unternehmens CompuGroup Medical Deutschland und die Bundesdruckerei als Anbieter von elektronischen Praxisausweisen.

Vergessen Sie nicht, vor dem Kauf der Komponenten mit dem Anbieter Ihres Praxisverwaltungssystems Rücksprache zu halten. Diese kommen im besten Fall direkt zu Ihnen in die Praxis und können Ihnen mitteilen ob die Systeme zusammen funktionieren und Ihnen so unangenehme Überraschungen ersparen.

Achten Sie weiterhin beim Kauf der Komponenten darauf, dass der Anbieter eine Hotline oder einen Servicedienst anbietet um im Falle von Störungen oder anderen Vorfällen sofort handeln zu können.

Erfahrungsgemäß dauert eine solche Installation ca. fünf Stunden. Planen Sie dies also ein, wenn Sie einen Installationstermin vereinbaren.

FINANZIERUNG DURCH KOSTENTRÄGER

Die Finanzierung der Kosten und des Aufwandes für die technische Ausstattung der Praxen ist gesetzlich geregelt.

§ 291a SGB V sieht vor, dass die Aufwände der Telematikinfrastruktur von den Kostenträgern erstattet werden. Eine entsprechende Finanzierungsvereinbarung ist auf Bundesebene zu treffen.

Abwicklung durch die KZV

Die Kosten für die Anschaffung und die Installation der neuen Komponenten sowie die Betriebskosten werden durch den GKV-Spitzenverband (GKV-SV) refinanziert. Die Erstattung der Kosten erfolgt über die KZV, welche dafür ein Antrags- und Änderungsverfahren anbieten wird.

Nach Anmeldung mit Ihrem eHBA haben Sie die Möglichkeit, sich auf der KZV-Internetseite über Ihren spezifischen Anspruch zur Refinanzierung zu informieren.

Erstausstattungspauschalen

Gemäß der getroffenen Vereinbarung werden die erstmaligen Anschaffungskosten mit einer sogenannten Erstausstattungspauschale rückerstattet.

Die Höhe der Pauschalen wird so kalkuliert sein, dass sie die günstigsten Kosten eines Standard-Erstausstattungspaketes vollständig decken.

Für die Erstausstattung mit den genannten Komponenten und Diensten erhalten die anspruchs­berechtigten vertragszahnärztlichen Praxen je Standort eine Pauschale, die in Abhängigkeit von der Praxisgröße gestaffelt wird.

Komponenten und Dienste 1-3 Zahnärzte 4-6 Zahnärzte > 6 Zahnärzte

Konnektor

1

1

1

Stationäres Kartenlesegerät

1

2

3

Smartcard (Kartenlesegerät)

1

2

3

SMC-B („Teamkarte“ bzw. „Praxisausweis“)

1

1

1

Elektronischer Heilberufsausweis (eHBA)

1 je Zahnarzt

1 je Zahnarzt

1 je Zahnarzt

VPN-Zugangsdienst

1

1

1

Die Pauschale für den Konnektor reduziert sich bereits ab dem IV. Quartal 2017 um 10%. Im Jahr 2018 kommt es zu weiteren Reduzierungen. Die Refinanzierung der Komponenten durch die Krankenkassen wird über die jeweilige KZV gewährleistet.

Komponenten und Dienste: Pauschalbeträge Zeitraum der Installation Betrag in €

Konnektor inkl. gSMC-K

3. Quartal 2017

2.620,00

 

4. Quartal 2017

2.358,00

 

1. Quartal 2018

2.122,00

 

2. Quartal 2018

1.910,00

 

Ab 3. Quartal 2018

720,00

Stationäres E-Health-Kartenterminal inkl. gSMC-KT

Unabhängig

435,00

TI- Startpauschale

Unabhängig

900,00

Diese getroffene Vereinbarung war insbesondere hinsichtlich der quartalsweisen Reduzierung des Erstattungsbetrages für den Konnektor maßgeblich durch die entsprechende Schiedsamtsentscheidung über die Vereinbarung zwischen der KBV und dem GKV-SV präjudiziert. Der KZBV war es deshalb leider nicht möglich, für den vertragszahnärztlichen Bereich eine abweichende Erstattungs-Systematik zu vereinbaren.

Die Vertragspartner sind bei der Vereinbarung der Pauschalbeträge auch davon ausgegangen, dass die Kosten für die einzelnen Komponenten aufgrund des Wettbewerbs weiter absinken werden. Aus diesem Grund ist pro Quartal eine 10% Absenkung der Pauschalbeträge vorgesehen. Sollten sich die Gerätekosten entgegen dieser Vermutung anders entwickeln, werden die Pauschalen gemäß § 9 der Finanzierungsvereinbarung erneut verhandelt:

§ 9 der GFinV: Die Vertragspartner nehmen umgehend Verhandlungen zur Anpassung der Pauschalen auf, wenn sich neue Marktpreise ergeben sollten.

Betriebskostenpauschale

Zusätzlich zur Erstausstattung werden die nachfolgenden Pauschalen für die Kosten des laufenden Betriebes der Telematikinfrastruktur gezahlt:

Komponenten Zeitraum
Betrag in €

Monatliche Betriebskostenpauschale

Vom 3. Quartal 2017 bis
einschließlich 2. Quartal 2018

100,00

 

Ab 3. Quartal 2018

83,00

Pauschale für Praxiskarte SMC-B

Monatlich für 5 Jahre

8,00

Pauschale für HBA

Als Einmalzahlung für 5 Jahre

233,00

Berechnung Ihres Erstattungsanspruchs

Eine individuelle Berechnung Ihres Erstattungsanspruchs können Sie ab dem 06.09.2017 über unsere Internetseite in der Rubrik „Online-Rollout der eGK“ abrufen.

Nach Eingabe des von Ihnen prognostizierten Datums der Inbetriebnahme wird errechnet, wie hoch die Refinanzierung der Komponenten und Dienste bei Ihrer aktuellen Praxiskonstellation ist.

Mobile Kartenterminals

Mobile Kartenterminals sind noch nicht erprobt und werden daher voraussichtlich erst im Verlauf des Jahres 2018 von der gematik zugelassen werden. Aus diesem Grund ist die Erstattung einer Pauschale für ein mobiles Kartengerät zurzeit noch nicht vorgesehen.

Internetzugang und LAN

Der Zugang zum Internetzugang ist nicht Bestandteil Ihres Refinanzierungsanspruches zur TI-Anbindung. Mögliche Zugangs- und Anschlusskosten werden daher nicht (re-)finanziert. Hier wird davon ausgegangen, dass Anschlüsse an das Internet bereits in jeder Zahnarztpraxis vorhanden sind.

Sie bekommen lediglich eine Betriebskostenpauschale für den VPN-Zugangsdienst erstattet.

Weiterhin wird davon ausgegangen, dass in jeder Praxis ein Computernetzwerk (Lokal Area Network – LAN) existiert.

Weitere Hinweise:

FAQs zur Refinanzierung der Kosten

Grundsatzfinanzierungsvereinbarung ORS1, Stand Juli 2017

Anlage zur Grundsatzfinanzierungsvereinbarung ORS1 - Pauschalen-Vereinbarung, Stand Juli 2017

ERKLÄRUNG ZUM NACHWEIS DER ANBINDUNG AN DIE TELEMATIK-INFRASTRUKTUR GEGENÜBER DER KZV

Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) hat gemeinsam mit dem GKV-Spitzenverband am 19.07.2017 die Grundsätze der Finanzierung der Telematikinfrastruktur für den Wirkbetrieb des Online-Rollout Stufe 1 in einer Grundsatzfinanzierungsvereinbarung (GFinV) festgeschrieben. Darin ist unter anderem die Finanzierung der technischen Ausstattung für die Vertragszahnarztpraxen geregelt.

Aus § 5 GFinV folgt die Notwendigkeit für jeden Vertragszahnarzt, gegenüber der KZV nachzuweisen, zu welchem Zeitpunkt er seine Praxis an die Telematikinfrastruktur angeschlossen und diese damit erstmalig in Betrieb genommen hat.
Erst dann entsteht gegenüber der KZV ein Anspruch auf Erstattung der Kosten für die Erstaus-stattung mit den in der Vereinbarung genannten Komponenten und Diensten.

Aus diesem Grund möchten wir Sie bitten, die Erklärung zum Nachweis der Anbindung an die Telematikinfrastruktur zu gegebener Zeit auszufüllen und umgehend an die KZV Sachsen-Anhalt per Fax oder per Post zurück zu schicken.

Die Erklärung ist durch den Praxisinhaber, bei Berufsausübungsgemeinschaften durch alle zugelassenen Vertragszahnärzte, die Gesellschafter der BAG sind, zu unterzeichnen.

Nach Vorlage des Formulars wird die Abteilung Finanzen die Ansprüche prüfen und als Gutschrift auf die nächste Quartalsabrechnung buchen. Dementsprechend wird sich die Restzahlung um den Betrag dieser Gutschrift erhöhen.

Download:

Erklärung zum Nachweis der Anbindung an die Telematikinfrastruktur gegenüber der KZV

ABLAUF DER ERSTEN PFLICHTANWENDUNG: VERSICHERTENSTAMMDATENABGLEICH (VSD)

Der Start des Online Rollouts Stufe 1 (ORS1) soll spätestens am 31.12.2018 mit dem Versichertenstammdatenabgleich (VSD) beginnen.

In den Zahnarztpraxen werden die Stammdaten der Patienten künftig on abgeglichen und bei Bedarf direkt auf der eGK und im Praxisverwaltungssystem aktualisiert. Das geschieht weitgehend automatisch beim Einlesen der eGK.

Einlesen der eGK

Nimmt der Patient das erste Mal im Quartal Leistungen der GKV in Anspruch, ist in der betreffenden Praxis der Abgleich durchzuführen. Der Vorgang findet weitgehend automatisch statt. Wie bisher stecken die Mitarbeiter am Empfang die KArte in das Kartenterminal. Es wird automatisch ein Verbindung zum Versichertenstammdatendienst der Krankenkassen aufgebaut und geprüft, ob der Versichertenstammdatenabgleich bereits durchgeführt wurde, falls nicht, ob neue Datensätze für die betreffende Karte vorliegen (z.B. Adress- und/oder Namensänderung) und diese ggf. aus der TI geladen und auf die Karte geschrieben.

1. Fall: Die Daten auf der eGK sind aktuell:

Die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter am Empfang erhält eine entsprechende Meldung. Er oder sie entfernt die Karte aus dem Kartenterminal.

2. Die Stammdaten des Versicherten bei der Krankenkasse wurden aktualisiert. Die Daten auf der eGK sind somit nicht mehr aktuell:

Liegen der Krankenkassen aktualisierte Stammdaten vor, zum Beispiel eine neue Adresse, müssen die Daten auf
der Gesundheitskarte des Patienten entsprechend aktualisiert werden. Dies geschieht automatisch.
Der Mitarbeiter am Empfang kann die aktualisierten Daten dann auch direkt in das PVS übernehmen, ohne sie per Hand eingeben zu müssen. Nach erfolgreicher Aktualisierung erhält er eine entsprechende Meldung.
Der Mitarbeiter nimmt die Karte aus dem Kartenterminal.

3. Es besteht kein gültiges Versichertenverhältnis:

Der Mitarbeiter am Empfang erhält einen entsprechenden Hinweis. Dann greifen die Regelungen des Bundesmantelvertrages
(§ 8 BMV-Z) bzw. des Ersatzkassenvertrages (§ 12 EKVZ) zur Nichtvorlage eines gültigen Versicherungsnachweises.

Dauer eines Prüfvorganges

Die gesamte Prüfung der Daten eines Versichertern dauert in der Regel ca. 3-6 Sekunden, maximal jedoch 13 Sekunden. Dabei müssen Sie sich um nichts kümmern, denn die Geräte übernehmen alle Arbeitsschritte vom Datenabgleich im PVS bis zur Speicherung des Prüfnachweises selbst.

Ziel der gematik ist es aber, den gesamten Prozess auf sieben Sekunden zu begrenzen. Sollte der Online-Dienst einmal nicht erreichbar sein, wird die Online-Prüfung spätestens nach 30 Sekunden abgebrochen und eine erfolgreiche Überprüfung unterstellt. Das verhindert, dass der Praxisbetrieb aufgrund technischer Störungen unnötig unterbrochen wird.

Wichtig: Zuständig dafür, dass die Stammdaten auf dem neuesten Stand sind, bleibt der Patient. Er hat weiterhin dafür zu sorgen, dass seine Krankenkasse seine aktuellen Daten hat.

Pflichtanwendung ab dem 1. Juli 2018

Ab dem 01.07.2018 wird der VSD verpflichtend, d.h. bei Nichtdurchführung wird die Vergütung aller vertragszahnärztlichen Leistungen nach dem Willen des Gesetzgebers pauschal so lange um 1% gekürzt, bis die Praxis die Prüfung durchführt.

Die Voraussetzungen dafür sind eine neue Hardwareausstattung bestehend aus Konnektor und Kartenleser, einem angepassten Praxisverwaltungssystem (PVS) und einem elektronischen Praxisausweis (SMC-B). Die alten eGK-Lesegeräte sind nicht mehr verwendbar.

Einlesen der eGK mit einem mobilen Kartenlesegerät nocht nicht möglich

Beim Einlesen der eGK mit einem mobilen Kartenlesegerät, zum Beispiel bei Haus- und Heimbesuchen, können die Versichertenstammdaten noch nicht online geprüft werden.

In solchen Fällen ist auch eine nachträgliche Prüfung der Versichertenstammdaten nicht möglich, da für die Online-Prüfung immer die eGK vorliegen muss.

Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) und die Krankenkassen haben derzeit noch zu regeln, wie dies mit der gesetzlichen Verpflichtung zur Online-Prüfung in Einklang gebracht werden kann.

Krankenkassen haben keinen Einblick in die Daten auf dem PC der Zahnarztpraxis

Die Krankenkassen werden weiterhin keinen Zugriff auf Praxissysteme haben und auch keine Zahnarzt-Patienten-Profile erstellen können. Identitätsdaten der Praxis werden nicht an die Kassen gesendet. Die Anfragen zur Aktualisierung der Versichertenstammdaten werden immer anonymisiert.

WEITERE ANWENDUNGEN

Die Anwendungen der eGK werden schrittweise eingeführt.

Die erste Anwendung, die einen Online-Zugang der Praxen voraussetzt, ist wie oben beschrieben, der Versichertenstammdatenabgleich in den Praxen. Der Gesetzgeber hat im E-Health-Gesetz festgelegt, dass der VSD ab 1. Juli 2018 von allen Praxen durchgeführt werden muss.

Als weitere Anwendungen sind vorgesehen:

  • Qualifizierte, elektronische Signatur (QES)
  • Sichere Kommunikation Leistungserbringer (KOM-LE)
  • Medikationsplan in elektronischer Form
  • eArztbrief
  • Notfalldatenmanagement
  • elektronische Patientenakte
KRANKENKASSEN HABEN KEINEN EINBLICK IN DIE DATEN DES PRAXIS-PCs

Die Krankenkassen werden weiterhin keinen Zugriff auf Praxissysteme haben und auch keine Zahnarzt-Patienten-Profile erstellen können. Identitätsdaten der Praxis werden nicht an die Kassen gesendet. Die Anfragen zur Aktualisierung der Versichertenstammdaten werden immer anonymisiert.

Sobald uns neue Informationen zur eGK-Onlineanbindung vorliegen, werden wir Sie zeitnah unterrichten.

Zurück