Gesundheitsakte & Patientenakte

Elektronische Patientenakte, Elektronische Gesundheitsakte – Was steckt dahinter? Die Begriffe Gesundheitsakte und Patientenakte werden oft synonym verwendet, obwohl sehr unterschiedliche Konzepte damit verbunden sind.

Elektronische Gesundheitsakte (eGA)

Folgt man dem Sozialgesetzbuch, dann ist die Gesundheitsakte ein von der Krankenkasse individuell gestaltbares Instrument für das persönliche Gesundheitsmanagement der Versicherten. Patientenakten sind dagegen einheitlich strukturierte medizinische Archive zur effizienten Behandlung von Patienten, die auch ein strenges Zulassungsverfahren durch die gematik durchlaufen müssen.

Die Krankenkassen konzentrieren sich derzeit auf die Ausgestaltung „eigener" Gesundheitsakten für ihre Kunden. Immer mehr Anbieter von elektronischen Gesundheitsakten bringen daher ihre Produkte auf den Markt.

Während die Patientenakte von einem Arzt geführt wird und der Bürger nicht allein darauf zugreifen kann, ist bei der Gesundheitsakte der Patient alleiniger Eigentümer seiner Daten.

Zahnärztinnen und Zahnärzte können eine elektronische Gesundheitsakte nutzen und unterstützen, wenn der Patient dies ausdrücklich wünscht. Eine Verpflichtung für den Zahnarzt, eine solche Anwendung zu unterstützen, besteht jedoch nicht.

Die elektronische Gesundheitsakte (eGA) nach Paragraf 68 Sozialgesetzbuch (SGB) V lässt sich im Weiteren als eine Übergangslösung für die elektronische Patientenakte (ePA) nach Paragraf 291a SGB V verstehen. Sobald die gematik – Gesellschaft für Telematikanwendungen der elektronischen Gesundheitskarte - ihre konzeptionellen Arbeiten zur ePA abgeschlossen hat – dies muss gemäß der gesetzlichen Frist bis Ende 2018 geschehen – und die Interoperabilitätsfestlegungen getroffen sind, müssen die Krankenkassen diese Grundlagen auch bei den von ihnen finanzierten Akten berücksichtigen.

Elektronische Patientenakte (ePA)

Elektronische Patientenakten müssen die Krankenkassen nach § 291a Abs. 3 Nr. 4 SGB V in Zukunft ihren Versicherten bereitstellen. Für diese Akten gelten besonders hohe Sicherheitsanforderungen und sie müssen von der gematik - der Betreibergesellschaft der Telematikinfrastruktur - zugelassen werden.

Auch hierfür soll es mobile Lösungen geben, sodass Patienten nicht nur über ihre elektronische Gesundheitskarte, sondern beispielsweise auch auf dem Smartphone über ihre Daten verfügen können. Für Gesundheitsakten gelten diese strengen Zulassungsverfahren nicht. Sie müssen aber selbstverständlich die geltenden Datenschutzbestimmungen voll umfänglich einhalten.

Hintergrund zur elektronischen Gesundheitsakte "Vivy"

Besondere Aufmerksamkeit in den Medien erhält aktuell die digitale Akte „Vivy“, deren Nutzung den Versicherten zahlreicher gesetzlicher und privater Krankenkassen seit einigen Wochen angeboten wird.

Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) hat daher eine Praxisinformation erstellt, welche die derzeit verfügbaren wesentlichen Informationen zu Vivy und entsprechende Tipps und Hinweise für die Praxen zum möglichen Umgang mit Vivy im Praxisalltag enthält.

Die Praxisinformation kann auf der Website der KZBV unter www.kzbv.de/telematik-und-it heruntergeladen werden.

Hintergrundinformationen zu "Vivy":

www.kzbv.de/telematik-und-it

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