Hinweise zur zahnärztlichen Fortbildung

Die berufsbegleitende Aktualisierung des Wissens und eine kontinuierliche Erweiterung der fachlichen Kompetenz gehören zum beruflichen Selbstverständnis der Zahnärzteschaft und des gesamten zahnärztlichen Praxisteams.

Zahnärztinnen und Zahnärzte sind über ihr Berufsrecht zur Fortbildung verpflichtet (gemäß § 2 der Musterberufsordnung Zahnärzte). Dieser Paragraph findet seinen Niederschlag zudem in den Berufsordnungen der einzelnen Landeszahnärztekammern.

Hinweise fachliche Fortbildung

Trotz dieser lang bewährten berufsständischen Regelung hat der Gesetzgeber eine Nachweispflicht der zahnärztlichen Fortbildung gesetzlich verankert. Mit der Gesundheitsreform 2004 ist die Pflichtfortbildung gemäß § 95 d SGB V Bestandteil des Vertragszahnarztrechts geworden.

Die KZV Sachsen-Anhalt hat die Aufgabe, die Pflicht der Vertragszahnärzte zur Fortbildung zu fördern und zu überprüfen. Sie hat darauf hinzuwirken, dass sich die Vertragszahnärzte in dem Umfang fortbilden, wie es zur Erhaltung und Fortentwicklung der zur Berufsausübung als Vertragszahnarzt erforderlichen Fachkenntnisse notwendig ist.

Fortbildungspflicht gemäß § 95 d SGB V

Nach § 95 d SGB V ist jeder Vertragszahnarzt zur regelmäßigen fachlichen Fortbildung verpflichtet und muss alle fünf Jahre seiner Kassenzahnärztlichen Vereinigung (KZV) gegenüber nachweisen können, dass er der Pflicht in den zurückliegenden fünf Jahren nachgekommen ist.

Umfang der erforderlichen Fortbildung

Seit Juli 2004 müssen 125 Fortbildungspunkte (Mindestpunktzahl) innerhalb von 5 Jahren gesammelt und zum Nachweis fristgerecht bei der KZV eingereicht werden.

Für das Selbststudium von Fachliteratur werden zehn Punkte pro Fortbildungsjahr angerechnet. Im Fünfjahreszeitraum erhalten Sie entsprechend 50 Fortbildungspunkte. Die restlichen 75 Punkte müssen durch die Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen oder auch mit Online-Fortbildungen erworben werden.

Einreichungsfristen für

Vertragszahnärzte mit Zulassungsbeginn vor dem 30. Juni 2004

Die Fünfjahresfrist begann erstmalig am 01. Juli 2004. Vertragszahnärzte, die zu diesem Zeitpunkt bereits zugelassen waren, mussten den Nachweis nach fünf Jahren erstmals bis zum 30. Juni 2009 erbringen.

Auf der Grundlage dieses Fünf-Jahres-Turnus waren und sind folgende weitere Fristen zur Einreichung der Fortbildungspunkte zu beachten:

  • 30. Juni 2014: Nachweis von 125 Punkten, erbracht innerhalb der zurückliegenden 5 Jahre)
  • 30. Juni 2019: Nachweis von 125 Punkten, erbracht innerhalb der zurückliegenden 5 Jahre)

Bei Ruhen der Zulassung oder vorübergehender Nicht-Zulassung verlängert sich die Frist um den Zeitraum des Ruhens bzw. der Nicht-Ausübung der vertragszahnärztlichen Tätigkeit.

Es besteht die Möglichkeit und es wird empfohlen, die Fortbildungsnachweise auch vor Frist fortlaufend einzureichen und rechtswirksam registrieren zu lassen. Dadurch kann eine Fristversäumnis vermieden werden.

Vertragszahnärzte mit Zulassungsbeginn nach dem 30. Juni 2004

Für Zahnärztinnen und Zahnärzte, die ihre Tätigkeit nach dem 01. Juli 2004 aufgenommen haben,
beginnt der Fünfjahres-Zeitraum erst mit dem Datum der erstmaligen Zulassung bzw. Anstellung. Sie errechnen den Ablauf ihrer Einreichungsfristen, indem sie zu ihrem Zulassungs- bzw. Anstellungsdatum fünf Jahre addieren. Die Frist endet immer mit dem Ablauf des jeweiligen Quartals. Bsp.:

Zulassung am 05. Mai 2005:

  • Ende der ersten Einreichungsfrist: 30. Juni 2010
    (Nachweis von 125 Punkten, erbracht innerhalb der zurückliegenden 5 Jahre
  • Ende der zweiten Einreichungsfrist: 30. Juni 2015
    (Nachweis von 125 Punkten, erbracht innerhalb der zurückliegenden 5 Jahre

Zulassung am 12. Januar 2014:

  • Ende der ersten Einreichungsfrist: 31. März 2019
    (Nachweis von 125 Punkten, erbracht innerhalb der zurückliegenden 5 Jahre
  • Ende der zweiten Einreichungsfrist: 31. März 2024
    (Nachweis von 125 Punkten, erbracht innerhalb der zurückliegenden 5 Jahre

Bei Ruhen der Zulassung oder vorübergehender Nicht-Zulassung verlängert sich die Frist um den Zeitraum des Ruhens bzw. der Nicht-Ausübung der vertragszahnärztlichen Tätigkeit.

Es besteht die Möglichkeit und es wird empfohlen, die Fortbildungsnachweise auch vor Frist fortlaufend einzureichen und rechtswirksam registrieren zu lassen. Dadurch kann eine Fristversäumnis vermieden werden.

Schriftlicher Nachweis gegenüber der KZV

Der Vertragszahnarzt hat einen schriftlichen Nachweis der von ihm innerhalb eines Fünfjahreszeitraumes erreichten Fortbildungspunkte gegenüber der KZV zu führen, deren Mitglied er zum Zeitpunkt der Erbringung des Fortbildungsnachweises ist.

Folgen bei Nichtvorlage der Fortbildungsnachweise

Erbringt ein Vertragszahnarzt den erforderlichen Nachweis nicht oder nicht vollständig, ist die Kassenzahnärztliche Vereinigung gesetzlich verpflichtet, den Vergütungsanspruch des Zahnarztes für die ersten vier Quartale, die auf den Fünfjahreszeitraum folgen, um zehn Prozent kürzen. Die Honorarkürzung endet nach Ablauf des Quartals, in dem der vollständige Fortbildungsnachweis erbracht wird.

Wurde die Fortbildungspflicht auch vier Quartale nach Ablauf des Fünfjahres-Zeitraumes nicht bzw. nicht vollständig erfüllt, steigt der Kürzungs-Prozentsatz auf 25 Prozent. Es erfolgt keine Erstattung dieser Kürzungen bei nachträglicher Erfüllung der Fortbildungspflicht.

Fehlende Nachweise können innerhalb von zwei Jahren nachgereicht werden. Bei Überschreiten der Zweijahresfrist soll die Kassenzahnärztliche Vereinigung unverzüglich die Entziehung der Zulassung beantragen.

Um derartige Sanktionen zu verhindern, räumt die KZV jedem Vertragszahnarzt die Möglichkeit ein, seine Fortbildungsnachweise auch vor Fristende fortlaufend einzureichen und rechtswirksam registrieren zu lassen. Wir bitten, von dieser Möglichkeit auch deshalb Gebrauch zu machen, da ein fortlaufendes, rechtzeitiges Einreichen der Nachweise zusätzliche Aufwendungen der KZV für die Prüfung der Nachweise spart und somit Verwaltungskosten in diesem Bereich gering gehalten werden können, was im Ergebnis allen Vertragszahnärzten zugute kommt.

Häufig gestellte Fragen

Wer muss den Nachweis erbringen?

Alle Vertragszahnärzte, ermächtigte Zahnärzte und in Vertragszahnarztpraxen oder medizinischen Versorgungszentren angestellte Zahnärzte müssen den Fortbildungsnachweis erbringen. Für die Einhaltung der Fortbildungspflicht eines angestellten Zahnarztes ist der anstellende Vertragszahnarzt als Arbeitgeber oder das anstellende MVZ verantwortlich. Für Vorbereitungs-, Entlastungs- und Weiterbildungsassistenten besteht keine Nachweispflicht der von ihnen besuchten Fortbildungen.

Wie sollten die Zertifikate zur Fortbildung bei der KZV eingereicht werden?

Die Fortbildungszertifikate sind im Original bei der KZV Sachsen-Anhalt, Abteilung Recht einzureichen. Nach der Registrierung werden die Zertifikate unverzüglich zurückgesandt.

Kann ein Punktekonto auch durch Online-Fortbildungen (CME-Fortbildungspunkte) gefüllt werden?

Unter der Voraussetzung, dass internetbasierte oder digitale Fortbildungen (CME*-Punkte) entsprechend den Leitsätzen zur zahnärztlichen Fortbildung erworben wurden, können die entsprechenden Zertifikate bei der KZV Sachsen-Anhalt eingereicht werden. Das notwendige Punktekontingent kann daher mit online erworbenen Fortbildungspunkten aufgefüllt werden.

Bitte beachten Sie hierzu die speziellen Vorgaben in den Leitsätzen der BZÄK, der DGZMK und der KZBV zur zahnärztlichen Fortbildung:

In den Leitsätzen der BZÄK, der DGZMK und der KZBV zur zahnärztlichen Fortbildung werden elektronische, internetbasierte und digitale Lehr- und Lernmittel als geeignete Mittel der Fortbildung genannt. Für die Anerkennung eines entsprechenden Fortbildungzertifikates gelten jedoch die folgenden Voraussetzungen:

  • Die Lern- bzw. Übungseinheiten von Online-Angeboten, Fortbildungsvideos o.ä. sollen mindestens 45 Minuten umfassen, damit ein Fortbildungspunkt vergeben werden kann. Es werden maximal 8 Punkte pro Tag anerkannt.
  • Zur Überprüfung des Lernerfolgs werden entsprechende Fragen nach jeder Lerneinheit gestellt. Es gilt: Nur bei der Möglichkeit einer interaktiven Überprüfung des Fortbildungserfolges erfolgt eine Anerkennung.
  • Für den Erwerb von Fortbildungspunkten muss der überwiegende Teil der Fragen (mindestens zwei Drittel) richtig beantwortet werden.
  • Dem Nutzer muss ein Verfahren benannt werden, wie und bis zu welchem Zeitpunkt eine Vergabe von Fortbildungspunkten möglich ist.

* CME: Continuing Medical Education

 

Kann ich überzählige Punkte in den neuen Fünfjahreszeitraum übertragen?

Eine Übertragung überzähliger Punkte in den Folgezeitraum ist nicht möglich. Die Fortbildungspunkte zählen nur für den Zeitraum, in dem sie erbracht wurden.

Ausnahme: Wurde die Fortbildungspflicht nicht innerhalb des Fünf-Jahres-Zeitraums erfüllt, dann zählen nachträglich erbrachte Punkte noch solange zu dem vorhergehenden Zeitraum, bis die Mindestmenge von 125 Punkten erreicht wurde.

Wenn die Fortbildungspflicht nicht fristgerecht erfüllt wurde, wird der 10%ige Honorareinbehalt nach Erfüllung der Fortbildungspflicht dann nachträglich ausgezahlt?

Die Honorarkürzung endgültig. Eine nachträgliche Auszahlung erfolgt nicht.

Bestand eine Zeit lang keine Zulassung, beginnt die Frist zur Erfüllung der Fortbildungspflicht mit der Neuzulassung dann von vorne?

Gemäß § 95d Abs. 3 Satz 1 2. Halbsatz SGB V ist für die Zeit des Ruhens der Zulassung (wofür der Zulassungsausschuss zuständig ist) die Frist unterbrochen. Aus der Gesetzesbegründung ist zu entnehmen, dass der 5-Jahres-Zeitraum um den Zeitraum des Ruhens verlängert wird. Das bedeutet, dass mit dem Ruhen die 5-Jahres-Frist ausgesetzt ist und erst wieder mit Beginn der Wiederaufnahme der vertragszahnärztlichen Tätigkeit weiterläuft.

Wenn die Fortbildungspflicht in einem anderen KZV-Bereich bereits erfüllt wurde, muss sie dann bei einer Zulassung in einem anderen Land (Praxisumzug) nochmals erfüllt werden?

Da die Fortbildungspflicht nach § 95d SGB V ein Bundesgesetz ist, gilt sie KZV-übergreifend. Bei einem Wechsel des KZV-Bereiches erfolgt die Übermittlung des jeweiligen Standes hinsichtlich der Fortbildungspflicht zwischen den beteiligten KZVen automatisch.
§ 95d SGB V regelt, dass, wenn die bisherige Zulassung infolge eines Wegzuges des Vertragszahnarztes aus dem Bezirk seines Kassenzahnarztsitzes endet, die bisherige Frist weiter läuft. Das bedeutet, dass ein Zahnarzt, der von einem KZB-Bereich in einen anderen KZB-Bereich wechselt, sich die vertragszahnärztliche Tätigkeit vor dem Wechsel bei der 5-Jahres-Frist mit anrechnen lassen muss. Es beginnt am neuen Sitz also keine neue 5-Jahres-Frist.
Der Gesetzgeber unterscheidet hierbei nicht, ob ein nahtloser Wechsel von einem Zulassungsbezirk in einen neuen stattfindet, oder ob wie meist üblich zwischen Praxisschließung und der Neueröffnung eine Zeit liegt, in der der Zahnarzt nicht als Vertragszahnarzt tätig ist. Die Zeiten ohne Zulassung bilden jedoch eine Zäsur und verlängern daher – wie oben anhand des Ruhens dargelegt – die Frist.

Ein zuvor angestellter Zahnarzt erhält eine Zulassung bzw. ein zuvor Zugelassener wird angestellter Zahnarzt. Beginnt die Frist zur Erfüllung der Fortbildungspflicht dann von vorne?

Ein Statuswechsel ist hinsichtlich der Frist zur Erfüllung der Fortbildungspflicht ohne Relevanz.

Hat die vorzeitige Erfüllung der Fortbildungspflicht zur Folge, dass der nachfolgende Fünfjahres-Zeitraum vorzeitig beginnnt?

Eine vorzeitige Erfüllung führt nicht zu einer Verkürzung des Fünfjahres-Zeitraums. Folge ist auch nicht der vorzeitige Beginn des nachfolgenden Fortbildungszeitraums. Endet der Fünfjahres-Zeitraum regulär z.B. am 30. Juni 2014, der Nachweis über die Erfüllung der Fortbildungspflicht wurde aber bereits am 01. Januar 2014 erbracht und der KZV vorgelegt, so beginnt der nächste Fünfjahres-Zeitraum dennoch erst am 01. Juli 2014.

Wie wird bei einer Gemeinschaftspraxis verfahren, wenn nur ein an dieser beteiligter Vertragszahnarzt seinen Fortbildungsnachweis nicht rechtzeitig erbringen kann?

Soweit bei Gemeinschaftspraxen lediglich ein an dieser beteiligter Vertragszahnarzt seinen Fortbildungsnachweis nicht rechtzeitig führen kann, ist grundsätzlich das Gesamthonorar der Gemeinschaftspraxis durch die Anzahl der an ihr beteiligten Vertragszahnärzte zu teilen und der rechnerische Anteil des Vertragszahnarztes, der den Fortbildungsnachweis nicht erbracht hat, entsprechend zu kürzen.

Entsprechend ist zu verfahren, wenn ein Fortbildungsnachweis für einen angestellten Zahnarzt eines Vertragszahnarztes oder eines medizinischen Versorgungszentrums nicht erbracht werden kann.

Ansprechpartner: Sekretariat der Abteilung Recht

Ihr Ansprechpartner bei Fragen zur Fortbildung ist die Abteilung Recht. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beraten Sie gern:

  • KZV, Abt. Recht, Sekretariat, Tel.: 0391 6293 254

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